Sobald der erste Raureif auf den Autodächern liegt, stellt sich die Frage: Bis wie viel Grad Motorrad fahren – und wann bleibt die Maschine besser in der Garage? Eine feste Grenze gibt es weder im Gesetz noch auf dem Thermometer. Entscheidend sind drei Dinge: wie griffig die Straße ist, wie kalt es sich im Fahrtwind anfühlt und wie gut Ihre Kleidung die Wärme hält. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Sie bei 10, 5 und 0 Grad achten sollten.
Bis wie viel Grad Motorrad fahren: Gesetz und Gefühl
Eine gesetzliche Temperaturgrenze fürs Motorradfahren gibt es in Deutschland nicht. Die Straßenverkehrs-Ordnung verlangt in § 3 aber, dass Sie Ihre Geschwindigkeit den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen anpassen. Bei Kälte heißt das: sanfter beschleunigen, früher bremsen, mehr Abstand halten.
Ihre persönliche Grenze liegt dort, wo Sie nicht mehr entspannt und beweglich fahren. Wer friert, verkrampft, reagiert langsamer und braucht früher eine Pause. Als grobe Orientierung gilt: Bis etwa 10 Grad lässt sich mit passender Kleidung gut fahren, im einstelligen Bereich rückt die Glätte in den Mittelpunkt, und um den Gefrierpunkt sollten Sie nur starten, wenn die Strecke trocken und eisfrei ist.
Im Sommer stellt sich die Frage umgekehrt: Wie bleibt man kühl, ohne Haut freizulegen? Darum geht es im Ratgeber Mit kurzer Hose Motorrad fahren. Im Herbst kommt es dagegen auf die Stellen an, an denen Zugluft eindringt: Kragen, Ärmel, Bund und Beinabschluss.
Glätte und Reifen: Was bei 5 Grad wirklich zählt
Kalter Gummi haftet schlechter. Ein Motorradreifen braucht einige Kilometer, bis er seine Betriebstemperatur erreicht; auf den ersten Kilometern dosieren Sie Kurven, Gas und Bremse deshalb besonders sanft.
Glätte beginnt nicht erst bei null Grad. Schon bei Lufttemperaturen von etwa 3 bis 5 Grad kann Feuchtigkeit auf der Fahrbahn stellenweise gefrieren, vor allem dort, wo sie schneller auskühlt als der Rest der Straße:
- Brücken und Unterführungen: Sie kühlen schneller aus als die übrige Straße und frieren zuerst.
- Schattige Waldstücke: Dort trocknet die Straße nicht ab, und Feuchtigkeit gefriert als Erstes.
- Früher Morgen und später Abend: Dann ist die Fahrbahn am kältesten.
Im Zweifel starten Sie später, wenn die Sonne die Straße erwärmt hat, oder wählen breite Hauptstraßen statt Nebenstrecken.
Windchill: Wie kalt es sich auf dem Motorrad anfühlt
Der Fahrtwind verstärkt jedes Grad Kälte. Die Meteorologie beschreibt das mit dem Windchill-Index, der angibt, wie kalt Wind auf unbedeckter Haut wirkt. Einige Richtwerte bei 50 km/h:
- 10 Grad Lufttemperatur fühlen sich an wie rund 5 Grad,
- 5 Grad wie rund minus 1 Grad,
- 0 Grad wie rund minus 8 Grad.
Bei 100 km/h kühlt der Wind noch stärker: Dann fühlen sich 10 Grad wie knapp 4 Grad an. Das sind Näherungswerte für unbedeckte Haut. Helm und Kleidung mildern den Effekt, aber nur, solange der Wind nicht hineinkommt. Ein Beinabschluss, der sich enger stellen lässt, hält ihn dort draußen, wo er nicht hingehört, und genug Stretch im Gewebe lässt Knie und Hüfte auch mit einer Schicht darunter beweglich.
Auch an den Händen entscheidet sich viel. Mit dicken Handschuhen zählen Taschen, die sich ohne Fingerspitzengefühl öffnen lassen: Handy, Schlüssel und Geldbeutel bleiben erreichbar, ohne dass die Hände auskühlen.
Was Sie bei Kälte anziehen: Schicht für Schicht
Warm wird es nicht durch ein einzelnes dickes Teil, sondern durch mehrere Schichten mit Luft dazwischen. Die Basisschicht liegt eng an und leitet Feuchtigkeit nach außen; welche Materialien sich dafür eignen, lesen Sie im Ratgeber Unterwäsche Motorrad. Darüber folgt bei Bedarf eine wärmende Schicht, außen Jacke und Hose, die den Fahrtwind abhalten.
- Beine: Sie kühlen im Fahrtwind schneller aus, als man denkt. Eine eng anliegende lange Unterhose braucht eine Hose mit Stretch, etwa die CRB RoadVault™ Riding Pants mit 4-Wege-Stretch oder die CRB™ Redback Riding Jeans aus Stretch-Denim.
- Saum und Stiefel: Bei Kälte und Nässe gehört der Beinabschluss über den Stiefelschaft, damit keine Luft am Schienbein hochzieht.
- Reserve im Gepäck: Trockene Handschuhe und eine Ersatzschicht lohnen sich, denn nasse Kleidung kühlt schneller aus. Der Helm findet in einem Helm-Rucksack wie dem CRB™ Sundowner Helmet Backpack ein eigenes Rückfach.
Nach der Fahrt zählt die Pflege: Nässe, Schmutz und Eis können Reißverschlüsse blockieren. Statt mit Gewalt zu ziehen, reinigen Sie Zähne und Schieber; wie Sie einen defekten Reißverschluss reparieren, steht im Ratgeber Motorradjacke Reißverschluss reparieren.
Häufige Fragen
Bis wie viel Grad kann man Motorrad fahren?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Bis etwa 10 Grad lässt sich mit passender Kleidung gut fahren. Im einstelligen Bereich steigt die Glättegefahr, und um den Gefrierpunkt sollten Sie nur fahren, wenn die Strecke trocken und eisfrei ist. Bei Schnee oder Eis bleibt das Motorrad besser stehen.
Ab wie viel Grad wird es glatt?
Glätte kann schon bei Lufttemperaturen von etwa 3 bis 5 Grad auftreten, vor allem auf Brücken, in Unterführungen und im Schatten. Die Lufttemperatur ist nur ein Richtwert, denn die Fahrbahn kühlt oft schneller aus als die Luft.
Was ziehe ich bei 5 Grad auf dem Motorrad an?
Eine eng anliegende Basisschicht, eine wärmende Zwischenschicht und außen Jacke und Hose, die den Fahrtwind abhalten. Achten Sie darauf, dass Kragen, Ärmel, Bund und Beinabschluss dicht schließen und Sie sich mit allen Schichten noch frei bewegen können.
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